Am Morgen haben wir eine weitere Tour durch den Park gemacht. Wir sind einer zweiten Gruppe Perrier’s Sifaka (Propithecus perrieri) mit Jungtieren begegnet. Das eine Junge war noch auf dem Rücken der Mutter und somit ungefähr drei bis sechs Monate alt. Der etwas grössere Jüngling war rund 9 Monate alt und ist schon ganz frech alleine unterwegs und hat sich sogar bis auf den Boden getraut.
Gut getarnt sass in einem Gebüsch eine Madagaskar-Zwergohreule (Otus rutilus). Mit gerade einmal 20 Zentimetern Körpergrösse gehört sie zu den weltweit kleinsten Eulen.
Das erste, was an dieser faszinierenden Eule auffällt, ist ihr aussergewöhnliches Federkleid. Die Madagaskar-Zwergohreule kommt in verschiedenen Farbvarianten vor – von rötlich-braun über grau bis zu rostrot. Diese Färbung ist kein Zufall: Sie ermöglicht es der Eule, tagsüber nahezu unsichtbar an Baumstämmen zu verschmelzen.
Die charakteristischen „Federohren“, die der Eule ihren Namen geben, sind dabei mehr als nur schmückendes Beiwerk. Diese kleinen Federbüschel können aufgestellt oder angelegt werden und spielen eine wichtige Rolle in der Kommunikation mit Artgenossen.
Wie der Name bereits verrät, ist diese Eulenart endemisch auf Madagaskar – sie kommt also nirgendwo sonst auf der Welt vor. Die Zwergohreule bewohnt hauptsächlich die Regenwälder und feuchten Waldgebiete der Insel, vom Tiefland bis in mittlere Höhenlagen. Hier findet sie ideale Bedingungen: dichte Vegetation, ausreichend Verstecke und ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Sobald die Dämmerung einsetzt, beginnt für die Madagaskar-Zwergohreule die Jagd. Ihr Speiseplan ist vielfältig und besteht hauptsächlich aus Insekten wie Käfern, Heuschrecken und Nachtfaltern. Aber auch kleine Reptilien, Spinnen und gelegentlich winzige Säugetiere stehen auf ihrem Menü.
Wie so viele Bewohner Madagaskars steht auch die Madagaskar-Zwergohreule vor Herausforderungen. Die zunehmende Abholzung der Regenwälder zerstört ihren Lebensraum Stück für Stück. Glücklicherweise gilt die Art derzeit noch als «nicht gefährdet», doch die Zukunft hängt massgeblich vom Erhalt der madagassischen Wälder ab.

Eine Gruppe Kronenmaki kreuzte unseren Weg. Diese Lemurenart haben wir bereits in anderen Parks gesehen. Trotzdem geniessen wir jeweils den Augenblick der Begegnung.



Im richtigen Augenblick hatte ich bei diesem Bild auf den Auslöser gedrückt. Der Madagaskarspint (Merops superciliosus) hat einen Schmetterling gefangen und gefressen.

Das Mittagessen haben wir noch in der Black-Lemur-Loge gegessen. Anschliessend haben wir uns von den zwei Guides, die uns im Park begleitet haben, verabschiedet. Beide haben dazu beigetragen, dass wir viele Tierarten fotografieren konnten, und haben uns viel Wissen weitervermittelt.

Danach sind wir weiter Richtung Ankarana Nationalpark gefahren. In Antisiranana werden wir in der Ankarana Lodge übernachten.
Die Ankarana Lodge hat rund 20 Bungalows verschiedener Grösse, die verteilt im Wald rund um die Rezeption, den Pool und das Restaurant verteilt sind.
Wir haben die Reise über den Besitzer der Lodge gebucht und er hat uns einen Junior-Suite-Bungalow zugewiesen.
Diese Bungalows sind sehr grosszügig gebaut und haben eine grosse Terrasse.
Nur die Logik im Badezimmer ist uns nicht ganz klar. Das WC ist direkt hinter der Türe und man kann nicht mehr ins Bad, wenn jemand auf dem Örtchen sitzt.
Nach dem Zimmerbezug haben wir uns am Pool entspannt.
Weitere Bilder zum heutigen Tag:




