Während des Frühstücks habe ich ein Foto von dem kleinen Jungen des Campbesitzers geschossen und dieses haben wir auf dem Canon Zoemini 2 ausgedruckt. Das Foto hat so grossen Anklang gefunden, dass alle Angestellten des Camps ein Bild von sich wollten.

Anschliessend sind wir zuerst wieder über die Schotterstrasse, dann auf die Hauptstrasse RN6, die teilweise noch frisch geteert wird, gefahren. Später sind wir links abgebogen und in Richtung des Black Lemur Camp gefahren. Von der Hauptstrasse aus waren wir weit über eine Stunde durch eine savannenähnliche Landschaft unterwegs. Ausgeschildert ist nichts und die Wege verzweigen sich oft. Aber nach mehrmaligem Nachfragen sind wir beim Camp angelangt.

Geplant war eigentlich nur ein Tagesausflug, wir haben dann aber spontan eine Nacht gebucht. Normalerweise kann man nur zwei Nächte buchen, pro Nacht und Person kostet dies 800’000 Ariary (ca. Fr. 200.–). Dies ist inklusive Vollpension, Wasser, Parkeintritten und zwei Guides.
Während des Mittagessen hat es kurz geregnet. Ein kleiner Chekei Taggecko (Phelsuma abbotti chekei) hat an den Blättern die Tropfen geleckt. Phelsuma abbotti hat mehrere Unterarten, und chekei ist die Form aus dem Sambirano-Gebiet im Norden.
Diese Bilder sind da entstanden:
Gegen zwei Uhr sind wir auf die Suche nach den Lemuren aufgebrochen. Logischerweise sind es schwarze Lemuren, denn sie haben dem Camp auch den Namen gegeben.
Die noch ursprünglichen Wälder von Andrafiamena sind die Heimat des Perrier’s Sifaka (Propithecus perrieri) – eine der seltensten Primatenarten der Welt.
Wir haben eine Gruppe weit oben in den Bäumen gefunden. Es leben etwa fünf Tiere zusammen und diese beanspruchen eine Fläche von 30 Hektar. Über den Tag verteilt fressen sie rund 40 verschiedene Blätter-Sorten. Dies bedeutet auch, dass die Tiere ständig in Bewegung sind, damit all diese Blätter gefunden werden.
Der Perrier’s Sifaka besitzt ein glänzendes, tiefschwarzes Fell, das im Sonnenlicht fast bläulich schimmert. Seine Augen sind bernsteinfarben – ein faszinierender Kontrast zur dunklen Fellfarbe. Mit einer Körpergrösse von etwa 45 cm (ohne Schwanz) und einem langen, buschigen Schwanz von rund 50–60 cm ist er ein eleganter Springer. Sifakas bewegen sich aufrecht hüpfend von Baum zu Baum – eine Fortbewegungsart, die man so nur bei Lemuren findet.
Immer wieder faszinierend sind die Uroplatus. Die Guides haben für uns ein Tier gesucht, und noch mit dem Wissen, dass die nachtaktive Echse auf diesem Quadratmeter zu finden wäre, hatte ich keine Chance – Tarnung in Perfektion! Es könnte die Art Uroplatus pietschmanni sein, aber ganz sicher bin ich mir da nicht. Der Fundort und auch die Grösse von ca. 15 cm würden passen.
Aus einem Baumloch beobachtete uns ein Nördlicher Wieselmaki (Lepilemur septentrionalis). Der Nördliche Wieselmaki ist ein Einzelgänger, doch die Reviere von Männchen und Weibchen können sich überlappen. Die Tiere sind territorial und kommunizieren durch Rufe, Duftmarken und Körperhaltungen.
In der Regel bringt das Weibchen einmal im Jahr ein einzelnes Junges zur Welt, das es in einer geschützten Baumhöhle grosszieht. Der Nachwuchs bleibt mehrere Monate bei der Mutter, bis er selbstständig wird.
Unsere Wanderung ging bis in die Nacht hinein und so hatten wir die Nachtwanderung auch gleich inklusive. Neben einem Mausmaki und einer Spinne haben wir noch ein schlafendes Chamäleon mit unserer Taschenlampe entdeckt.
Nach dem Nachtessen sind wir erschöpft schlafen gegangen. Mit über 18’000 Schritten bergauf und bergab, waren wir doch ein paar Kilometer unterwegs.




