24.08.2025 – Die Insel Nosy Hara

Madagaskarboa mit Spruch

Unser heutiger Tagesausflug führte uns zur Insel Nosy Hara. Dieses Naturschutzgebiet liegt rund 34 Kilometer vom Festland entfernt.


Nosy Hara bedeute so viel wie «gebirgige Insel» (hara stammt vom madagassischen harana = Gebirge), was auf die charakteristischen Nadelsteinfelsformationen (Tsingys) zurückgeht. Sie gehört zu einem kleinen Archipel von zwölf unbewohnten Inseln, welche von Korallenriffen umgeben sind.

Der Schutz von Nosy Hara reicht viele Jahrzehnte zurück. Die Madagassen vor Ort, vorwiegend Sakalava, betrachten ihre Insel seit jeher als fady. Deshalb konnten sich auf der Insel mit den typischen Tsingsy und dem Trockenwald die Tierarten ungestört entwickeln und entfalten. Viel der Insel ist immer noch unentdeckt und man geht davon aus, dass auch noch unbeschriebene Tierarten da leben.
Die umliegenden Gewässer sind seit 2012 ein Meeresnationalpark, damit die komplexen Ökosysteme gesetzlich geschützt werden.

Um halb acht sind wir in das Fischerboot eingestiegen. Es gibt keinen offiziellen Bootsverkehr auf die Insel. Die Boote müssen vorab gebucht werden und fahren dann jedoch auch nur, wenn es das Wetter zulässt. Die Überfahrt war bereits ziemlich rau. Bei Flut hat der Kapitän das Boot um 09:00 Uhr in einer Bucht geankert und wir sind an Land gegangen. Leicht oberhalb des Strandes liegt unser Rastplatz für den Tag. Da werden wir auch unser Mittagessen erhalten.

Eine kleine Schlange ist vor die Füsse von Mike gekrochen. Die Mahafalynatter (Mimophis mahfalensis) ist eine endemische Art und auf ganz Madagaskar anzutreffen. Diese kleine, bis zu 75 cm lange Natter ist tagaktiv und ernährt sich von Mäusen oder kleinen Echsen. Mit dem Biss gibt sie eine kleine Menge Gift ab und das Beutetier stirbt relativ schnell. Für Menschen ist das Gift nicht gefährlich.


Anschliessend rief uns der Kapitän, dass er eine Madagaskar-Boa (Acrantophis madagascariensis) gesichtet hat. Ich bin natürlich schnell hin und die Schlange lag in einem kleinen Haus in der Vorratskammer. Da wollte ich das Tier natürlich nicht fotografieren und habe es aufgehoben. Der Kapitän lief so schnell er konnte weg. Diese Angst der Einheimischen vor den Schlangen haben wir schon mehrmals auf Madagaskar erlebt. Dabei gibt es ja keine, für den Menschen giftige Schlangenart auf Madagskar.

Danach konnten wir die rund 120 cm lange Schlange in der Natur fotografieren. Es war ein wunderschön gefärbtes Tier!

Eine Wanderung führte uns durch den Trockenwald und über die scharfkantigen Steine auf die Bergspitze der Insel. Unterwegs hat unser Guide das kleine Brokesia micra gesucht.
Die kleine Insel ist weltweit für das Vorkommen des bis 2021 kleinsten Reptils berühmt. Das Stummelschwanzchamäleon misst 23 – 29 mm, wurde aber 2021 durch die Entdeckung von Brookesia nana (Länge 21,6 – 22 mm) vom 1. auf den 2. Platz in der Rangliste der kleinsten Reptilien verdrängt.

Trotz seiner Grösse ist das Brookesia micra ein perfektes Miniaturwesen. Sein Körper ist fein geschuppt, einwandfrei getarnt in den Farben von Laub und Rinde. Tagsüber versteckt es sich am Boden zwischen trockenen Blättern, wo es nach winzigen Insekten jagt. Nachts klettert es wenige Zentimeter hoch auf kleine Ästchen oder Blattstiele, um zu schlafen – ein Verhalten, das Forscher erst mithilfe von Taschenlampen entdeckten.

Auf dem Bild ist das typische Habitat des kleinen Chamäleons abgebildet. Wer sucht, der findet….

Der Madagaskar-Rotbrust-Paradiesschnäpper (Terpsiphone mutata) ist ein eleganter, kleiner Vogel aus der Familie der Monarchen. Er fällt besonders durch sein kontrastreiches Gefieder und den langen, schmalen Schwanz der Männchen auf, der ihm ein fast majestätisches Aussehen verleiht. Das Männchen gibt es in zwei Farben: schwarz-weiss und schwarz-braun. Die Schanzfedern sind bei beiden Farbvarianten weiss. Die Weibchen sind immer braun.
Der Vogel lebt in Wäldern, Plantagen und Gärten Madagaskars. Er ernährt sich überwiegend von Insekten, die er geschickt im Flug oder zwischen Zweigen jagt. Seine lebendige Stimme und sein markantes Aussehen machen ihn zu einem der beeindruckendsten Vögel der Insel.

Ganz oben auf den Karstfelsen hatte man einen schönen Ausblick über die Insel und auf Madagaskar.


Anschliessend ging es denselben Weg wieder zurück zum Camp. Zum Mittagessen gab es Fisch, Salate und Reis. Und wie immer, wenn Einheimische kochen: viel zu grosse Portionen.


Nach dem Essen konnten wir uns noch etwas umsehen, bevor wir um 14:30 Uhr wieder ins Boot einsteigen mussten. Da wurde zuerst alles mehrfach verpackt und verschnürt. Es wurden Regenjacken und Schwimmwesten verteilt, sogar der Kapitän und die Crew wurden damit ausgerüstet. Nach 15 Minuten Fahrt auf ruhiger See wussten wir, wieso. Sobald wir ausserhalb des Schutzes der Insel waren, ging es mit der Achterbahnfahrt los. Unser Boot wurde wegen der hohen Wellen durchgeschüttelt. Innerhalb von Minuten waren wir nass bis auf die Unterhosen. Nach zwei Stunden haben wir den Strand von Ampasindava erreicht.

Anschliessend fuhren wir mit Jacques zurück zum Hotel Diego Suarez.

Weitere Bilder zum heutigen Tag:

Ergänzung:
Wer Abenteuer mag, könnte auch auf der Insel übernachten. Es gibt ein einfaches Camp mit Zelten. Die Infrastruktur ist aber sehr einfach. Ein Kochbereich und Toiletten stehen zur Verfügung, aber kein Strom und fliessendes Wasser. Wenn man da übernachten will, muss man die Verpflegung und vor allem viel Trinkwasser mitnehmen.
Rückblickend würde ich diese Option wählen und den Ausflug zum Mer d‘ Emeraude streichen. Diese Insel hat viel mehr zu bieten als dieser Tagesausflug.


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Zum Anfang unserer Reise

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