Am Morgen besuchen wir den Nationalpark von Analamazaotra, dies ist eines der bekanntesten Naturschutzgebiete Madagaskars und gehört zum grösseren Andasibe-Mantadia Nationalpark.
Eigentlich liegt der Fokus der Suche auf den Indris und den Diademsifaka.
Aber der erste Fotospot war bei einem Parson’s Chamäleon (Calumma parsonii). Das farbenprächtige Tier kletterte auf einen Baumstamm hoch. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Farben der Tiere sind, je nach Ort, an welcher Stelle wir diese fanden.

Der Indri-Indri (Indri indri) haben wir weit oben in den Bäumen gesichtet. Er ist der grösste Lemur auf Madagaskar. Sein klagender, weit hörbarer Gesang hallt frühmorgens durch den Wald. Damit verständigen sie sich mit den verschiedenen Gruppen und markieren auch das Revier.


Mit ihrem flauschigen weissen Fell, den goldfarbenen Gliedmassen und der markanten „Krone“ aus grauen Gesichtshaaren wirken sie fast wie kleine Könige des Waldes: Diademsifakas (Propithecus diadema) gehören zu den beeindruckendsten Lemuren Madagaskars. Doch nicht nur ihr Aussehen ist aussergewöhnlich – auch ihre Art, sich fortzubewegen, fasziniert: Auf dem Boden hüpfen sie seitlich wie Tänzer, mit erhobenen Armen und grazilen Sprüngen. Kein Wunder, dass man sie auch als „Balletttänzer des Regenwaldes“ bezeichnet.
Diese Primaten leben ausschliesslich im östlichen Regenwald Madagaskars, wo sie in kleinen Gruppen durch die Baumkronen streifen. Doch obwohl sie perfekt an ihren Lebensraum angepasst sind, sind Diademsifakas heute stark bedroht. Abholzung, Lebensraumverlust und Wilderei setzen den eleganten Lemuren zunehmend zu.
Die Fotogalerie besteht aus Fotos aus dem Parkbesuch vom Vormittag und aus dem Vakona Reservat vom Nachmittag.
Die Uroplatus, Blattschanzgeckos (weil der Schanz wie ein Blatt aussieht) oder Plattschwanzgecko (weil er am Tag flach und gut getarnt an Bäumen schläft) fasziniert uns immer wieder. Übrignes schlafen die Uroplatus immer mit dem Kopf nach unten.
Auch beim Beartbeiten der Fotos muss ich jeweils suchen, was ich da mal wieder gekippst habe. Etwas muss ja da sein, sonst hätte ich nicht mehrere Fotos vom selben Baum…
Wer sucht, der findet den Gecko!

Im Anschluss besuchen wir das Vakona Reservat. Es ist ein Naturschutzgebiet
in Madagaskar, das sich in der Nähe von Andasibe befindet. Das Reservat ist eher wie ein Zoo, die Besucher werden durch den Park geführt und die Tiere gefüttert und präsentiert. Es gab tolle Fotos, aber ein zweites Mal würde ich diesen Park nicht besuchen, da ich die Tiere doch lieber in der „freien“ Natur beobachte. Die Lemuren sind nicht eingesperrt, aber durch Wasserstrassen getrennt, vor allem damit sich die verschiedenen Arten nicht paaren und es zu Mischlingen kommt. Wir hatten Glück und die meisten Touristen kamen an, als wir wieder das Reservat verliessen.
Ein Lemur, den wir vorher nicht gesehen hatten, ist der rote Vari (Varecia rubra). Diese Lemurenart kommt vorwiegend im Masoala Regenwald vor.
Diese beeindruckenden Lemuren sind nicht nur stimmgewaltig, sondern auch optisch kaum zu übersehen: Mit ihrem tiefrot leuchtenden Fell, dem buschigen Schwanz und dem markanten schwarzen Gesicht wirken sie fast wie ein Fabelwesen aus einer anderen Welt.
Der Rote Vari zählt zu den grössten Lemurenarten und ist ein echtes Powerpaket in den Baumkronen. Dort lebt er in sozialen Gruppen, frisst bevorzugt Früchte und spielt eine entscheidende Rolle für das Ökosystem: Als wichtiger Samenverbreiter trägt er zur Gesundheit des Regenwaldes bei.
Doch wie so viele Lemuren ist auch der Rote Vari stark gefährdet. Die Zerstörung seines Lebensraums, Jagd und illegale Haustierhaltung haben seine Bestände in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch schrumpfen lassen.

Weitere Lemuren im Vakona Reservat, die wir gesehen haben, waren der braune Lemur, schwarz-weisse Varis und der kleine Bambuslemur. Die Kattas haben sich nicht blicken lassen. Aber egal, wie oft wir bereits Lemuren gesehen haben und wie viele Hundert Fotos schon auf unserer Speicherkarte auf die Bearbeitung warten, es macht einfach Freude, diese Tiere zu beobachten und zu fotografieren. Und wenn dann noch Jungtiere mit dabei sind, ist der Jö-Effekt gewiss!
Der Park hat auch eine Anlage mit Krokodilen. Beim Laufen den Gehegen entlang kam ich mir wie im Film Jurassic Park vor – und mit meiner Fantasie habe ich mir vorgestellt, welche Dinos da wohl ausgebrochen sind?
Rosa hat uns auf uns gewartet und unser Fahrer hat uns wieder zurück ins Hotel gebracht.
Ein langer Tag voller Eindrücke und mit 16251 Schritten neigt sich dem Ende zu.
Noch ein paar weitere Fotos zum heutigen Tag:
Tierliste Madagaskar 2022/2024
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