Nach dem Frühstück brachen wir auf, um nach Ampasindava zu fahren.
Das Städtchen liegt am Mosambikkanal – sprich der Meerenge zwischen Madagaskar und dem afrikanischen Festland (Mosambik). Dies ist der Ausgangspunkt für den Ausflug auf die Insel Nosy Hara am nächsten Tag.
Unterwegs haben wir angehalten, um Chamäleons und Geckos am Strassenrand zu fotografieren.
An zwei verschiedenen Orten konnten wir je ein Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) fotografieren.
Dieses Chamäleon ist auf Madagaskar weit verbreitet und gehört zu den grösseren Arten.
Je nach Region ist dieses Chamäleon jedoch ganz anders gefärbt (Lokalformen).
Die Männchen sind generell stärker gefärbt als die Weibchen. Ich bin da jedoch kein Spezialist, deshalb verzichte ich bei diesen Fotos auf eine Geschlechterbestimmung:
Auch die grossen Taggeckos Phelsuma madagascariensis sind auf dieser Strecke immer wieder anzutreffen. Bei der Unterart „mad. grandis“ geht die Rot-Färbung nur rund ums Auge, bei den „mad mad“ bis zum Ohr.
Ungefähr sieben Kilometer westlich von Diego Suarez zeigt sich ein ungewöhnliches Landschaftsbild, die Salines d’Antsahampano. Mit rund 700 Hektar gehören sie zu den grössten Salz-Gebieten der Region.
Die Salinen sind Teil des Alltags, der Wirtschaft und der lokalen Identität. Gegründet wurde das Werk im 19. Jahrhundert; lokale Überlieferungen nennen das Jahr 1895 als Beginn der grösseren Salzproduktion an diesem Ort.
Betreibt wird die Anlage heute von der Compagnie Salinière de Madagascar (CSM), auch bekannt als „Saline de Diégo“. Die Firma verbindet traditionelle Salzgewinnung mit modernen Produktionsmethoden. In den flachen Becken, den „Tischen“ der Salinen, zieht sich ein altes Handwerk durch: Wasser einlassen, lassen verdunsten, Salz ernten. Dabei achtet man zunehmend auch auf Umweltverträglichkeit und Reduktion von CO₂-Emissionen. Das gewonnene Salz ist sowohl für den lokalen Verbrauch bestimmt als auch für industrielle Anwendungen. Die Anlage gilt als eine der wichtigsten Salzproduktionsstätten in dieser Region Madagaskars.

Nach rund 2,5 Stunden Fahrt hatten wir Ampasindava erreicht.
Die Menschen in Ampasindava leben vom Meer und vom Land zugleich. Fischer fahren frühmorgens hinaus, während andere Kaffee, Vanille, Kakao oder Pfeffer anbauen – Pflanzen, die den feuchten Sambirano-Küstenregenwald besonders fruchtbar machen. .
Gleichzeitig ist Ampasindava Teil einer geschützten Landschaft, die Heimat für Lemuren, bunte Vögel, Reptilien und seltene Pflanzen ist – viele davon gibt es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt.
Doch der Ort steht auch vor Herausforderungen: Projekte zum Abbau seltener Erden sorgen für Diskussionen über den Schutz der Natur und die Zukunft des Dorfes. Viele Bewohner setzen deshalb auf nachhaltige Landwirtschaft und Ökotourismus, um Ampasindava nicht nur heute, sondern auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

Die kleine Lodge d’Ampasindava liegt direkt an einem langen Sandstrand. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, aber sauber und gemütlich.
Wir haben den Nachmittag rund um die Lodge verbracht und am Abend auch gleich hier unser Nachtessen erhalten, nachdem wir den Sonnenuntergang genossen hatten.
Bilder der Lodge und vom heutigen Tag unterwegs:




