Nach dem Frühstück sind wir um 8:30 Uhr losgefahren. Der heutige Tagesausflug führt uns zu den „Drei Buchten“ (Trois Baies). Dies ist ein weiterer Tagesausflug, der den Touristen im Norden angeboten wird.
Wir starteten an der Baie des Sakalava. Bekannt ist diese Bucht vorwiegend bei Kitesurfern. Der Wind bläst hier zuverlässig fast das ganze Jahr über – und zwar so, dass Einsteiger wie auch Profis auf ihre Kosten kommen. Wir konnten verschiedene Surfer bei in Action beobachten.
Bei Ebbe zeigt sich sogar eine Sandbank, die wie eine kleine Bühne mitten in der Lagune wirkt.
Der Ort hat etwas Ursprüngliches – keine grossen Hotelanlagen, nur kleine Lodges und einfache Unterkünfte, von denen viele nachhaltig arbeiten und mit Solarstrom versorgt werden.
Anschliessend führte uns der Weg über einen Hügel und die nächste Bucht war erreicht: die Baie des Pigeons. Eine kleine, halbmondförmige Bucht mit weissem Sand und klarem Wasser. Aufgrund der Ebbe war der Wasserstand sehr tief, sodass ein Schnorcheln nicht möglich war.

Eigentlich sind es nicht nur drei Buchten, sondern ganz viele kleine Strandabschnitte, die zum Baden und Verweilen einladen.
An einem Strand bin ich, ausgerüstet mit der Unterwasserkamera, ins Wasser, aber viel ist einfach an Sandstränden nicht zu sehen. Dazu kommt noch, dass das Wasser durch den aufgewirbelten Sand eher trüb ist. Aber das kühle Wasser war nach der Wanderung in der Sonne eine Wohltat.


Von dort ging es entlang der Küste weiter, manchmal durch kleine Waldstücke, manchmal direkt am Strand entlang. Bald erreichten wir die Baie des Dunes, die letzte Bucht auf diesem Ausflug.
Hier haben wir unser Mittagessen am Strand genossen.
Hier eine Auswahl an Fotos rund um den Ausflug:
Auf der Rückfahrt sind wir an verlassenen Miltäreinrichtungen aus dem 2. Weltkrieg vorbeigekommen.
Und auf dem Hügel steht stolz der Phare Cap Miné (Leuchtturm) – ein markanter Orientierungspunkt mit Aussicht über die Küste. Das Bauwerk wurde 1890 als Metallturm errichtet und später aus Ziegeln wiederaufgebaut, um den Schiffsverkehr in den Gewässern Madagaskars zu lenken.
Der Leuchtturm sendet dank eines Sautter-Harle-Mechanismus weisse Blitze aus, die in den Gewässern des Indischen Ozeans bis zu 14 Kilometer weit sichtbar sind und den Schiffen bei der Orientierung helfen.
Von den Klippen aus konnten wir weit über den Ozean den Flug des Weisschwanz-Tropikvogel (Phaethon lepturus) bewundern. Dies ist eine neue Art auf unserer Liste der gesehenen Tiere auf Madagaskar.
Der Weissschwanz-Tropikvogel ist der kleinste Vertreter seiner Familie. Sein Gefieder ist fast reinweiss, nur die schwarzen Zeichnungen an den Flügeln und ein zarter, gelblicher Schimmer auf dem Kopf setzen Kontraste. Besonders auffällig sind die langen Schwanzfedern, die im Flug elegant nachschwingen und ihm eine unverwechselbare Silhouette verleihen.

Seine Heimat sind die tropischen und subtropischen Ozeane, wo er weit draussen auf offener See lebt. An Land kommt er nur, um zu brüten – meist auf abgelegenen Inseln, wo er seine Nester in Felsspalten, Sandmulden oder unter dichter Vegetation anlegt. Dort bringt er ein einziges Ei zur Welt, das beide Eltern mit Geduld und Hingabe bebrüten.
Im Flug ist er ein Meister der Eleganz. Mit kräftigen Flügelschlägen und langen Gleitphasen zieht er seine Bahnen über den Wellen. Oft begleitet er Schiffe oder fischt nahe der Wasseroberfläche, wo er kleine Fische und Kalmare erbeutet. Seine Stimme hingegen wirkt überraschend schrill und meckernd – fast unpassend zu seinem anmutigen Erscheinungsbild.




