19.08.2025 – Inlandflug in den Norden

Geplant war einmal, dass wir in Tana am Flughafen in einem Hotel übernachten, gemütlich frühstücken und dann um 12:00 Uhr den Flug nach Antsiranana nehmen.

Aber eine Woche vor der Anreise wurde uns mitgeteilt, dass unser Flug auf 04:30 Uhr vorverschoben wurde. Somit haben wir die Hotelübernachtung storniert, denn für drei Stunden benötigen wir kein Zimmer.
So sind wir mit dem Hotelbus zum nationalen Flughafen gefahren und haben dort zuerst einmal etwas getrunken. Auf der Abflugtafel war unser Flug nicht aufgeführt, somit haben wir die Mails angeschaut und der Flug wurde wieder verschoben, auf 06:30 Uhr – nun wäre ein Bett doch nicht schlecht gewesen….

Wir haben dann unser Gepäck aufgegeben. Da ja mein Koffer noch in Paris ist, dachten wir, dass wir kein Problem mit dem Übergepäck haben werden. Da unser Handgepäck die Fotoausrüstung ist, reichen da die 5 kg einfach nicht aus. Die fehlenden 20 kg Aufgabegepäck waren egal – wir mussten für beide Fotorucksäcke einen Aufpreis bezahlen.
Somit hiess es, mit dem Zettel für die Zahlung an einem anderen Schalter anstehen, dann mit der Quittung retour, und anschliessend konnten wir in die Wartehalle des Flughafens gehen.
Dort warten keine bequemen Stühle, sondern solche aus Holz. Weder das Sitzen noch das Liegen darauf waren bequem, aber wir haben die Wartezeit überstanden.

Nachdem wir das Flugzeug um 06:00 Uhr betreten hatten, flogen wir in etwa 90 Minuten zum nördlichsten Punkt, nach Antsiranana, auch bekannt als Diego Suarez.
Diese Stadt liegt an der zweitgrössten Lagune der Welt, die grösste ist Rio de Janeiro.
Wir wurden am Flughafen abgeholt und assen dann zuerst im Hotel Suarez ein kleines Frühstück, bevor wir zum Meva Plage-Hotel am Strand fuhren. Dort konnten wir gleich unser Zimmer beziehen und haben zuerst einmal etwas geschlafen.


Ein Programm war heute nicht vorgegeben, somit entspannten wir uns, liefen den Strand entlang und genossen das Ankommen auf Madagaskar.

Der Sand ist fein und Mangroven wachsen der Küste entlang. Bei einem kleinen Bachzulauf ins Meer bildete sich eine grössere Pfütze, und da wimmelte es von Schlammspringern (Periophthalmus argentilineatus) und Krabben.
Es ist keine endemische Art, sondern kommt auch in anderen Ländern vor. Die grössten Tiere waren so gegen 15 cm lang.
Schlammspringer leben oft zusammen mit Krabben und kommen rund um die Welt in tropischen Regionen vor. Sie leben in den Deltas der Flüsse, die ins Meer fliessen, und sind somit Brackwasser-Fische. Ja, diese kurligen Tiere gehören zu den Fischen und atmen über Kiemen und die Haut. Die Augen stehen oben auf dem Kopf und können eingezogen werden.


Auch ein Kugelfisch lag da in dieser Lagune in einer Randpfütze. Ich habe ihm dann in das tiefere Wasser geholfen. Ich bin mir da nicht sicher, ob es ein Meerwasserkugelfisch ist, der mit der Flut eingeschwemmt wurde, oder ob dieser wirklich im Brackwasser lebt.


Weit oben in den Bäumen sassen Madagaskarspinte (Merops superciliosus), auch Bienenfresser genannt. Der Madagaskarspint ist ein eleganter, schlanker Vogel, der meist zwischen 24 und 31 Zentimeter misst. Auffällig sind seine mittleren Schwanzfedern, die bei den Männchen bis zu sieben Zentimeter länger sein können und ihm im Flug eine besonders grazile Silhouette verleihen. Mit seinem Gewicht von rund 40 Gramm wirkt er leicht und wendig – genau die richtige Statur für einen Insektenjäger.
Auf unseren beiden letzten Reisen haben wir diesen fast nie gesehen. Aber mich fasziniert dieser Vogel immer wieder.


Am Boden im Sand zwischen den Mangroven findet man Weissstirn-Regenpfeiffer (Charadrius marginatus). Die Grösse beträgt rund 18cm.
Diese Vogelart fühlt sich besonders an sandigen Küstenlandschaften zu Hause. Man begegnet ihr an Stränden, in den Dünen, an Flussmündungen sowie an Ufern von Flüssen und Seen. Auch Wattflächen und felsige Küstenabschnitte gehören zu ihrem Lebensraum. Besonders zum Brüten suchen sie offene Küstenbereiche oder frei liegende Sandflächen auf, wo sich zwischen angespültem, trockenem Tang geeignete Plätze finden. Doch nicht nur das Meer lockt sie an – auch im Landesinneren wählt sie sandige Ufer von Flüssen und Seen, um dort ihre Nester anzulegen.


Auch der Regenbrachvogel (Numenius phaeopus) lebt in diesem Sumpfgebiet. Mit seinem langen, gekrümmten Schnabel pickt er Krebse aus dem Sand. Dies ist keine endemische Art, sondern er überwintert in Afrika und den umliegenden Inseln. Während der Zugzeiten ist dieser manchmal auch bei uns in der Schweiz anzutreffen, wenn er einen Halt auf der Reise von Skandinavien nach Afrika einlegt.


Mein Koffer ist unterdessen auch auf Madagaskar eingetroffen, aber er ist immer noch am Flughafen in der Hauptstadt.

Nach dem ersten, romantischen Sonnenuntergang auf Madagaskar beendeten wir beim Meeresrauschen mit einem leckeren Abendessen unseren Tag.


Weiterlesen, nächster Tag

Zum Anfang unserer Reise

Tierliste Madagaskar 2022/2024/2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert