18.11.2024 – Kirindy’s Vogelwelt

Der heutige Tag startet früh, denn wir starten bereits um 06:00 Uhr unsere letzte Tour im Kirindy Reservat.

Wie bereits gestern haben wir auch heute die Larvensifakas und die Rotstirnmakis auf den Bäumen beobachtet. Aber den Fokus lege ich heute auf die Vogelwelt.


Bereits beim Parkplatz stolzierte ein Madagaskar-Wiedehopf (Upupa marginata) auf der Strasse und suchte nach Insekten, Larven und Würmern.
Der Madagaskar-Wiedehopf ähnelt seinem Verwandten, dem Eurasischen Wiedehopf (Upupa epops). Er besitzt ein auffälliges Gefieder in warmen Braun- und Orangetönen, mit schwarz-weissen Streifen auf den Flügeln und dem Schwanz. Besonders charakteristisch ist seine aufstellbare Federhaube, die er bei Erregung oder zur Kommunikation spreizt. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel sucht er Nahrung am Boden oder in Baumrinden.
Die Art wird von der IUCN derzeit als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.


Der Madagaskar-Paradiesschnäpper (Terpsiphone mutata) ist ein wunderschöner Vogel, der auf Madagaskar und einigen umliegenden Inseln heimisch ist. Er gehört zur Familie der Monarchen (Monarchidae).
Er weist je nach Geschlecht und Alter unterschiedliche Gefiederfärbungen auf. Die adulten Männchen haben ein auffälliges Erscheinungsbild mit langen, schmalen Schwanzfedern, die sie während des Fluges wie einen Schleier hinter sich herziehen. Ihr Gefieder ist entweder schimmernd blau-schwarz oder in einem rötlich-braunen Ton gehalten. Der Kopf ist dunkel mit einem metallisch schimmernden blauen Augenring.
Die Weibchen sind kompakter und weniger auffällig gefärbt und haben einen rotbraunen Körper und kürzeren Schwanzfedern.
Der Madagaskar-Paradiesschnäpper ist ein Insektenfresser. Er jagt seine Beute oft im Flug, indem er sie geschickt aus der Luft oder von Blättern und Zweigen pickt. Seine akrobatische Flugweise und sein spezielles Aussehen machen ihn zu einem faszinierenden Fotomotiv.

Eine weitere Vogelart, der Sichelschnabelvanga (Falculea palliata) gehört zu der Familie der Vangawürger (Vangidae) und kommt ausschliesslich auf Madagaskar vor. Der Sichelschnabelvanga ist ein mittelgrosser Vogel, der etwa 32 bis 34 cm lang wird. Er bewohnt hauptsächlich die Trockenwälder und Dornenbuschgebiete im Westen und Süden Madagaskars.
Diese Vogelart ist ein Insektenfresser, der seinen einzigartigen Schnabel verwendet, um Beute aus Baumrinde, Spalten und Totholz zu holen. Zu seiner Nahrung gehören Käfer, Larven, Spinnen und kleinere Wirbellose.
Der Sichelschnabelvanga wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.


Die Olivbauchvanga (Newtonia-amphichroa) findet man normalerweise in den Regenwäldern und nicht im Trockenwald. Dieser eher unscheinbare Singvogel ist ein Insektenfresser. Dieser kleine Vangawürger ist etwa 12 cm gross, 9–18 g schwer.


Der Blauvanga (Cyanolanius madagascarinus) ist in den Regenwäldern Madagaskars verbreitet und bevorzugt eigentlich dichte, immergrüne Wälder. Trotzdem haben wir diesen Vogel gestern, wie auch heute im Kirindy Reservat angetroffen. Ich denke, dass er durch den Verlust der Wälder durch Abholzung und Brandrodung neue Gebiete erschliesst. Er ist ein Insektenfresser und ernährt sich hauptsächlich von Käfern, Raupen, Spinnen und anderen kleinen Wirbellosen. Er sucht seine Beute, indem er Blätter wendet und Äste untersucht, und jagt sie gelegentlich auch im Flug.

Der Blauvanga ist ein aktiver und agiler Vogel, der oft in den mittleren und oberen Baumkronen anzutreffen ist. Zusammen mit unserem Guide bin ich dem Vogel quer durchs Gebüsch gefolgt, bis ich ihn frei von Hindernissen ablichten konnte. Der Blauvanga ist eine der wenigen Vangawürger mit so auffällig leuchtendem Gefieder. Sein schillerndes Blau, gepaart mit der schwarzen Gesichtsmaske, macht ihn zu einem Höhepunkt für jeden Vogelbeobachter.

Die Weissbrust-Stelzenralle (Mesitornis variegatus), auch bekannt als Weissbrust-Mesite, ist eine endemische Vogelart Madagaskars und gehört zur Familie der Mesiten (Mesitornithidae). Sie ist ein Bodenbewohner und wird circa 30 cm gross.
Die Weissbrust-Stelzenralle ist ein scheuer Vogel, der sich leise und unauffällig durch das Unterholz bewegt. Sie lebt überwiegend in Paaren oder kleinen Familiengruppen. Ihre Fortbewegung ist durch schnelle Schritte und kurze, flache Flüge gekennzeichnet, die sie nur in Notfällen nutzt.
Dieser Vogel gehört zu den Insektenfressern. Sie ernährt sich hauptsächlich von Ameisen, Termiten, kleinen Käfern und anderen bodenlebenden Wirbellosen. Ihre Nahrung sucht sie, indem sie das Laub am Boden mit ihrem Schnabel umwühlt und nach Beute stöbert. Sie ist meist in den frühen Morgen- oder Abendstunden aktiv.
Die Weissbrust-Stelzenralle wird von der IUCN als gefährdet (Vulnerable) eingestuft.


Auch der Riesen-Seidenkuckuck (Coua gigas) ist ein bodenlebender Vogel, der selten fliegt und sich hauptsächlich laufend oder hüpfend fortbewegt. Er ist tagaktiv und verbringt den Grossteil seines Tages mit der Nahrungssuche. Seine Ernährung umfasst Insekten, kleine Wirbellose, Samen und Beeren. Mit seinem kräftigen Schnabel sucht er im Laub oder in lockerer Erde nach Nahrung und nutzt dabei oft seinen langen Schwanz zur Balance.

Der Riesen-Seidenkuckuck ist mit einer Länge von etwa 60 cm einer der grössten Couas.
Die Art wird von der IUCN derzeit als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.


Den restlichen Tag haben wir rund um die Lodge verbracht. Und da geht die Vogelbeobachtung gleich weiter.
Direkt hinter unserem Bungalow hat eine Gruppe von Kaptäubchen (Oena capensis) oder auch Maskentäubchen am Boden nach Sämereien gesucht. Diese kleine Taubenart kommt an verschiedenen Orten in Afrika vor und ist somit nicht eine endemische Art aus Madagaskar.
Männchen erkennt man an der auffallenden schwarzen Maske, die Weibchen sind unauffällig gefärbt.
Das Kaptäubchen wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.


Der Madagaskarfalke (Falco newtoni) ist ein kleiner Falke mit einer Länge von etwa 25 bis 30 cm und einer Flügelspannweite von rund 60 cm. Diese elegante und wendige Greifvogelart kommt ausschliesslich auf Madagaskar und den benachbarten Inseln wie den Komoren vor.


Neben den Vogelarten kamen mir noch weitere Tiere mit Flügeln vor die Linse. Schmetterlinge sind in der Luft wendige und nervöse Tiere, und ich schaffe es nur, diese zu fotografieren, wenn sie landen.
Um welche Arten es sich handelt, weiss ich leider nicht und möchte da auch keine falschen Namen veröffentlichen.


Am Abend sind wir ganz in der Nähe zu einer Baobab-Baumgruppe gefahren, um dort den Sonnenuntergang zu geniessen. Sobald wir auf dem Feld angekommen sind, kam eine Gruppe von Kindern, um zu schauen, was wir da machen. Wie immer möchten die Kinder, dass man ein Foto von Ihnen knipst, damit sie sich selbst anschauen können. Wir sind dann noch einmal ins Hotel zurückgefahren, um den Canon Zeomini Fotodrucker zu holen. So konnten wir Fotos von den Kindern mit dem Handy aufnehmen und die kleinen, gedruckten Bilder durften sie dann behalten.
Wir können allen, die Reisen, diesen kleinen Drucker empfehlen. Strahlende Kinder- und auch Erwachsenenaugen sind der Lohn für diese Fotos.


Dies war unser letzter Tag im Kirindy Reservat und Hotel. Morgen fahren wir wieder an die Küste nach Morandava zurück.
Hier noch ein paar Fotos von der Lodge und vom heutigen Tag.


Weiterlesen nächster Tag

Zum Anfang unserer Reise

Tierliste Madagaskar 2022/2024

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert