Von Miandrivazo geht es bergauf und bergab nach Morondava und das Landschaftsbild
verändert sich. Die Fahrt heute wird etwa 6 Stunden dauern, bis wir an unserem Tagesziel im
Hotel Relais du Kirindy angekommen sind.
Heute können wir fast ausschlafen, denn wir starten erst um acht Uhr. Der erste Teil unserer Fahrt führt uns bis Morondava. Die Landschaft verändert sich stetig. Sobald wir die Küstengegend erreichen, sehen wir auch viele Kokospalmen.
Das Mittagessen haben wir im Le Corail gegessen. Nach dem Mittagessen wurden wir von den Jeeps abgeholt. Unser Gepäck war bereits von dem Bus auf die 4×4 Fahrzeuge umgeladen worden. Leider kann Rosa nicht in den Kirindy fahren, da die Strassen zu schlecht sind. Für die nächsten vier Tage fahren wir somit getrennt in drei Fahrzeugen.
Die Fahrt zu unserem Hotel Relais du Kirindy dauert rund zwei Stunden. Wir durchqueren dabei die berühmte Baobab-Allee. Heute fahren wir durch, da wir bei der Rückfahrt den obligatorischen Fotostopp einlegen werden.
Im Hotel werden wir herzlich mit einem leckeren, kalten Fruchtsaft begrüsst. Ich ziehe dies nun etwas vor; wir haben diesen Saft die nächsten Tage oft bestellt und bei der Abrechnung fast einen Schock erhalten. Ein Krug mit ungefähr einem Liter wurde mit zehn Franken verrechnet.
Wir konnten unsere Bungalows beziehen und dann ging es gleich weiter. Denn es steht bereits die erste Nachtwanderung im Kirindy Reservat an. Der Trockenwald wird von einer Schweizer Wissenschaftsorganisation verwaltet.

Fenosoa löst die Eintritte für den Park, und wir treffen uns mit unserem Guide. Wir warten und kurz bevor es dunkel wird, fahren wir zu der Stelle, an der die Nachtwanderung startet.
Gleich zu Beginn sahen wir einen Mausmaki, der am Baumstamm leckte. Der Saft der Rinde ist für die Mausmakis ein Energiecocktail. Etwas weiter schauten zwei kleine, dieser Kobolde aus einem Baumstamm heraus. Für mich gehört dieses Bild zu den bezauberndsten, die ich auf dieser Reise festgehalten habe.

Der Wieselmaki (Lepilemur ruficaudatus) sass auch noch in seiner Schlafhöhle und hat uns von oben angeschaut. Da fragt man sich manchmal, wer wen beobachtet?

Ein Lemur, den wir bis jetzt bisher nicht gesehen haben, ist der Gabelstreifenmaki (Phaner furcifer). Dieser wird auch gabelstreifiger Katzenmaki genannt. Der Gabelstreifenmaki hat seinen Namen von den auffälligen dunklen Streifen, die sich in einer gabelartigen Form von der Stirn bis zu seinem Rücken erstrecken. Sein Fell ist meist grau bis braun, mit einer helleren Unterseite. Er hat grosse, leuchtende Augen, die ihm bei seiner nächtlichen Aktivität helfen, und einen langen, buschigen Schwanz, den er zur Balance verwendet.
Als nachtaktives Tier verbringt der Gabelstreifenmaki den Tag in hohlen Baumstämmen oder dichten Blättern, um sich vor Raubtieren zu schützen. Nachts begibt er sich auf Nahrungssuche. Seine Hauptnahrung besteht aus Pflanzensäften, die er mit seinen spezialisierten Zähnen aus Baumrinden gewinnt, sowie aus Früchten, Blüten und gelegentlichen Insekten.
Der Gabelstreifenmaki lebt vorwiegend als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen. Er ist territorial und markiert sein Revier mit Duftdrüsen. Die Kommunikation erfolgt über eine Kombination von Rufen, Düften und Körperhaltungen.
Im Unterschied zu anderen Katzenmakis bringt diese Primatenart normalerweise nur ein Jungtier zur Welt, meist im Februar oder März. In den ersten Lebenswochen bleibt das Neugeborene in der schützenden Baumhöhle der Eltern, bevor es beginnt, sich am Bauch der Mutter festzuklammern. Sobald es grösser wird, wechselt es auf ihren Rücken. Mit etwa drei Jahren verlässt das Jungtier seine Geburtsgruppe. Diese Tiere können bis zu 12 Jahre alt werden.
Das Leben findet nicht nur in den Baumkronen statt. Am Boden im Laub entdeckten wir einen Madagaskar-Grosskopfgecko (Paroedura picta). Die Tiere werden bis 15 cm gross und sind dämmerungs- und nachtaktiv. Die Färbung der Tiere kann stark variieren.


Nach zwei Stunden Nachtwanderung sind wir zurück ins Hotel gefahren. Morgen werden wir den Park bereits am Morgen besuchen und die tagaktiven Tiere suchen.




