Vor zwei Jahren haben wir in Antsirabe die besten „Buttergipfeli“ (=Croissants) gegessen. Somit haben wir uns vor dem Frühstück auf die Suche nach der Bäckerei gemacht, um diese auch auf dieser Reise wieder zu geniessen. Die Bäckerei wurde in den zwei Jahren komplett umgebaut. Es hatte fast keine Ware im Geschäft und daher keine „Gipfeli“ – diese würden erst um 08:00 Uhr geliefert. Solange können wir nicht warten.
Nach dem Frühstück im Hotel wurden wir von Rikschas abgeholt. Die Stadtrundfahrt führte uns unter anderem zu dem alten Bahnhof von Antsirabe und zum Hôtel des Thermes.
Der Bahnhof von Antsirabe wurde am 15. Oktober 1923 nach elf Jahren Bauzeit eröffnet und markierte den Endpunkt der Eisenbahnlinie Tananarive-Antsirabe. Der Bahnhof ist in der klassischen kolonialen Architektur gebaut. An der Front des zentralen Pavillons mit dem pagodenförmigen Dach hängt eine Uhr, die von einem französischen Uhrmacher hergestellt wurde.
Der Bahnhof ist heute nicht mehr in Betrieb. Er befindet sich am östlichen Ende der Avenue de l’Indépendance. Diese breite Allee führt vom Bahnhof zum Hôtel des Thermes und ist von gepflegten Grünstreifen und Denkmälern gesäumt.
Das Hôtel des Thermes in Antsirabe ist ein bedeutendes Andenken an die Kolonialzeit und spiegelt die historische Bedeutung der Stadt als Kurort wider. Erbaut im Jahr 1897 von den französischen Kolonialherren, diente es als luxuriöse Unterkunft für Besucher, die die heilenden Thermalquellen der Region nutzen wollten.
In den 1950er Jahren erlangte das Hotel internationale Aufmerksamkeit, als der marokkanische König Mohammed V. und sein Sohn, der spätere König Hassan II., hier während ihres Exils von 1953 bis 1955 residierten. Diese Episode hinterliess einen bleibenden Eindruck bei den Einwohnern von Antsirabe.
Obwohl das Hotel in den vergangenen Jahren einige Zeichen der Zeit zeigt und Renovierungsbedarf besteht, bleibt es ein bedeutendes historisches Wahrzeichen von Antsirabe. Ich kann mir gut vorstellen, wie hier vor Jahren die Oberschicht der Gesellschaft ihre Zeit verbracht hat.
Weitere Impressionen zu der Stadtrundfahrt:
Nach dem Einkauf im Supermarkt, damit wir wieder genügend Trinkwasser für die Weiterfahrt haben, starteten wir in Richtung Westküste.
Unterwegs habe ich aus dem fahrenden Bus heraus ein Riesenchamäleon auf einem Baum entdeckt. Da musste natürlich ein Fotostopp eingelegt werden.

Bei einem weiteren Halt konnten wir die Menschen beim Goldwaschen beobachten. Das Goldwaschen hat in einigen Regionen des Landes eine lange Tradition und ist für die Menschen eine wichtige Einkommensquelle. Je nach Gegend ist dies oft die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen.
Die Arbeit erfolgt mit einfachen Werkzeugen und in Handarbeit. Der Fels oder die Steine werden zertrümmert. Es werden auch Steine und Sand aus dem Fluss geholt.
Danach wird das Material in grossen Schalen oder Waschpfannen mit Wasser durchspült, um die Goldplättchen vom Sediment zu trennen. Das schwerere Gold sinkt aufgrund seiner Dichte auf den Boden.
Wir fahren weiter über die kurvenreiche Nationalstrasse 34 bis zum Städtchen Miandrivazo am Ufer des Mahajilo-Flusses.
Der Name Miandrivazo hat eine interessante Geschichte und bedeutet übersetzt „Warten auf eine Frau“. Einer Legende nach soll der madagassischer König, Radama I., in dieser Gegend auf seine zukünftige Frau gewartet haben, was der Stadt ihren Namen verlieh.

Miandrivazo ist der heisseste Ort Madagaskars und für den Anbau von Tabak und Baumwolle bekannt. In dieser trockenen Gegend ist der Ackerbau nur in der Nähe des Flusses möglich.
Nach der Ankunft im Hotel Soa Lia haben wir im Hotelpool unsere verspannten Muskeln im warmen Wasser gelöst. Bei einem leckeren Abendessen mit tollen Gesprächen haben wir den Tag im Hotelrestaurant ausklingen lassen.
Bilder zum heutigen Tag:




