Und wieder einmal heisst es früh aufstehen, denn bereits um 06:00 Uhr gibt es das Morgenessen.
Die Koffer haben wir vor unseren Hütten deponiert und diese wurden von den Helfern in die Jeeps verladen. Die Stadt Ambalavao ist unser nächstes Etappenziel.
Zuerst mussten wir wieder den Schotterweg bis zur Hauptstrasse fahren. Rosa (unser Bus) wartete aber nicht an der Einmündung, sondern erst beim Eingang zum Anja Reservat. Wir waren froh, als wir heil dort angekommen sind, denn unser Fahrer war auf der Hauptstrasse so unsicher unterwegs, dass wir uns fragten, ob er überhaupt einen Führerausweis besitzt.

1999 wurde als Antwort auf die fortschreitende Zerstörung der madagassischen Natur die Anja Miray Association gegründet. Bis dahin war bereits über die Hälfte des ursprünglichen Waldes der Region flächendeckend der Brandrodung zum Opfer gefallen. Durch die fehlende Bewaldung kam es zu gewaltigen Erosionen und Wassernot in der Bevölkerung. 1996 beschloss eine Gruppe junger Menschen nahe Ambalavao, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und nachhaltig mit der eigenen Natur zu wirtschaften.
Sie sorgten mithilfe der madagassischen Regierung und der finanziellen Unterstützung verschiedener ausländischer Organisationen (u.a. WWF und EAZA) dafür, Kulturlandschaften nur auf bestimmten Flächen einzusetzen, den Wald aufzuforsten und die Bevölkerung über Ökotourismus aufzuklären.
Die Fläche des eigentlichen Anja Community Reservats ist lediglich 0,3 km² gross. Die felsige Landschaft besteht vorwiegend aus Granit und liegt zu Füssen der „drei Schwestern“ (telo mirahavavy), einer fast 500 m hohen Felsformation. Die vielen Schluchten und Höhlen wurden schon vor Jahrhunderten von der Volksgruppe der Betsileo als Zufluchtsort genutzt, bis in die 1930er Jahre auch für Gräber hoher Persönlichkeiten.


Schon beim Parkplatz sahen wir eine grosse Gruppe der Kattas. Zu unserer Freude auch mit Jungtieren.
Die Ringelschwanzlemuren sind bei der Geburt nur 25 Gramm schwer. Den ersten Monat verbringen die Babys am Bauch der Mutter. Erst dann klettern sie auf den Rücken. Dort sind sie die nächsten zwei Monate noch in Sicherheit, danach beginnen die Jungen die weite Welt zu entdecken. Erwachsen sind die Kattas mit drei Jahren und haben eine Lebenserwartung von 18 bis 20 Jahren. Es hat jedoch noch nie jemand einen toten Katta gefunden und auch keine Skelette. Man weiss nicht, wohin die Tiere zum Sterben gehen.
Weiter konnten wir im Park zwei Schlangen sichten. Eine Seitliche Wasserschlange (Thamnosophis lateralis) und wiederum eine Dummeri Boa. Auch Chamäleons und andere Echsen bekamen wir vor die Linse:
Ambalavao ist auch wegen des traditionellen Handwerks bekannt. Wir besuchen die Papierfabrik des Hotels “Les Bougainvilliers“.
Die Antaimoro, eine lokale Gemeinschaft, entwickelte eine einzigartige Methode der Papierherstellung aus Pflanzenmaterialien. Ursprünglich dienten ihre Papiere heiligen Zwecken – in Sorabe genannten Büchern wurden religiöse Texte und Weisheiten der arabischen Einwanderer festgehalten.
Das Antaimoro-Papier, wie es traditionell genannt wird, hat eine bemerkenswerte Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht.
Die Herstellung des Papiers erfolgt in sorgfältigen Schritten. Alles wird von Hand gemacht.
Die Basis des Papiers ist die Rinde des Maulbeerbaumes. Diese wird getrocknet, eingeweicht und zu einer breiartigen Masse verarbeitet. Danach wird der Brei auf einem Sieb ausgebreitet und gleichmässig verstrichen. Was das Blumenpapier so besonders macht, sind die getrockneten Blumen und Blätter, die kunstvoll in das noch feuchte Papier gelegt werden. Jedes Blatt ist ein Unikat. Das Papier wird anschliessend in der Sonne getrocknet, wodurch es seine Festigkeit und natürliche Farbgebung erhält.
Unsere Unterkunft in Ambalavao ist die Tsienimparihy Lodge. Die Bungalows sind geräumig und zweckmässig eingerichtet. Der Garten ist liebevoll bepflanzt und auf einer Rasenfläche hatte es zwei Strahlenschildkröten.
Um 17:00 Uhr trafen wir uns mit Fenosoa, um den nächsten Tag zu besprechen.
Anschliessend haben wir beim Nachtessen den Tag ausklingen lassen.





Hallo ihr Beiden, sehr spannend euren Bericht mit Fotis.
Das war ja adventure pur.
Schön, dass ich das jetzt schauen konnte.