10.09.2025 – Nosy Berifa und Nosy Antanimora

Heute erkunden wir Nosy Berifa, mit 10 km Länge und 3 km Breite die grösste der vier nördlichen Inseln des Radama-Archipels. Unser Ziel ist das Dorf Mahabo, wo Lugon für uns zwei Jugendliche organisiert hat, die uns auf Chamäleon-Suche durch den Wald führen sollen.

Zwei junge Frauen schliessen sich spontan der Gruppe an, und zwischen den vier Jugendlichen wird viel gelacht und diskutiert. Das Wort „Vazaha“ (oder „Vaza“) – Ausländer, Fremder oder speziell „weisser Europäer“ – fällt dabei besonders häufig. Wenn wir Madagaskar öfter besuchen, sollte ich wirklich etwas Madagassisch lernen.

Die zweistündige Waldwanderung bringt bescheidene, aber schöne Erfolge: zwei junge Pantherchamäleons, wilde Bienen, Libellen und eine Motte – das ist die fotografische Ausbeute des Vormittags.


Das verfallende Kolonialhaus des ehemaligen „Kommandanten“ der Konzession steht als stummer Zeuge vergangener Zeiten da. Nichts erinnert mehr an den Reichtum der 1920er Jahre, als es erbaut wurde.


Zurück auf dem Schiff nehmen wir Kurs auf Nosy Antanimora. Wir ankern an der Südspitze vor der langen Sandbank, die nur bei Ebbe sichtbar ist.

Um halb fünf fahre ich mit Lugon und Ismael im kleinen Boot an Land. Der Wellengang ist bereits beachtlich, und das Aussteigen wird zum Abenteuer. Trocken zu bleiben ist unmöglich – zum Glück sind Kamera und Bauchtasche sicher im Drybag verstaut.

Während meines Spaziergangs auf der Insel höre ich plötzlich ständiges Pfeifen, und Menschen rennen zum Strand. Der Alarm gilt einem Boot in Seenot, das durch die Wellen fast kentert. Die Dorfbewohner ziehen das Boot gemeinsam aus dem Wasser, während die Besatzung mit Kübeln das eindringende Wasser abschöpft. Wären sie im Wasser geblieben, hätten die Wellen das Boot zerstört.


Dann kommt unsere eigene Herausforderung: Wir müssen bei meterhohen Wellen zurück zum Trimaran. Das Einsteigen ins kleine Boot ist gar nicht so einfach. Ich bin nass bis auf die Unterwäsche.

Das Umsteigen aufs grosse Schiff erfordert Timing und Mut: Warten, bis keine Welle kommt, dann schnell einen Schritt auf den Tritt und gut festhalten. Nass bin ich schon – ein Sturz ins Wasser wäre nicht mehr so schlimm. Wobei ich nicht weiss, wie man bei diesem Wellengang überhaupt schwimmen kann.

Ich schaffe es aufs Boot! Und ganz ehrlich: Ausprobieren muss ich das Schwimmen in diesen hohen Wellen nicht. Mit solchen Fahrten kann man sich den Eintritt im Europapark für die Achterbahnen sparen!

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