08.11.2024 – Das Andringitra Gebirge

Heute fahren wir zum Andringitra Nationalpark. Dieser wurde 1999 offiziell zum Nationalpark ernannt und ist seit 2007 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Das Gebiet umfasst ein beeindruckendes Bergmassiv aus Gneis- und Granitfelsen und beherbergt ein einzigartiges Biotop mit einer aussergewöhnlichen Vielfalt an Flora und Fauna. Der Name „Andringitra“ bedeutet übersetzt „wo die Berge den Himmel berühren“


Das zweithöchste Bergmassiv von Madagaskar namens „Pic Boby“ befindet sich in diesem Park. Das Massiv gehört zu einem der zugänglichen Gipfel von Madagaskar. Seine Höhe variiert zwischen 500 und 2’658 Meter. Laut der lokalen Geschichte verdankt der Pic Boby seinen Namen einem Hund, der den Gipfel erreichte und zu seiner Entdeckung geführt hat. Der Name „Pic Boby“ wurde allerdings in den 2000er Jahren offiziell in Imarivolanitra umbenannt. Trotzdem nennen ihn die Einheimischen weiterhin „Pic Boby“.

Die ersten vier Stunden waren wir noch mit unserem Bus Rosa unterwegs. Danach wurde das ganze Gepäck in zwei Geländewagen umgeladen. Der Bus konnte diese Strasse nicht befahren. Viele Schlaglöcher und auch die Fahrt über die Brücken waren definitiv nichts für einen Bus! So fuhren wir mit den zwei Jeeps rund 90 Minuten bis zu unserer Lodge.


In den Hochebenen von Angabokely und Angabobe, auf denen sich unsere Lodge befindet, gibt es wie überall in Madagaskar Legenden und Verbote, die man kennen sollte. Auch wenn viele „Fady“ heute nicht mehr verwendet werden, da sich die betroffenen Fokonolona (Gemeinschaften) an die Entwicklung der heutigen Zeit anpassen, werden diese Bräuche in ländlichen Gebieten noch immer gelebt und respektiert.
Die Gräber in dieser Gegend sind lose Steinhaufen, unter denen die Menschen begraben sind. Es ist somit für uns sehr schwierig, die Gräber zu erkennen. Somit sollten alle Steinhaufen als „heilig“ betrachtet werden. Sollte man auf einer Wanderung nun eine Buschtoilette benötigen, sollte man als Sichtschutz grosse Felsen den Steinhaufen vorziehen.
Ein Grab zu respektieren bedeutet nicht, dass man es meiden muss. Es ist völlig in Ordnung, sich an ein Grab zu setzen, wenn man den Ort respektiert und jede Art von Verschmutzung vermeidet. Es ist nicht streng verboten, auf Grabblöcke zu klettern, aber es sollte, wenn möglich, vermieden werden.

Ein zweiter Fady in dieser Gegend ist das Mitbringen von heiligen Büchern, egal welcher Religion. Das Gebiet von Tsarasoa ist vollständig Zanahary, dem Schöpfer der Natur und der Madagassen, gewidmet.
Es darf nur zum ursprünglichen Gott der Madagassen gebetet werden.


Die Tsarasoa Lodge ist eine Ecolodge. Die Zimmer sind einfach, aber sauber. Unser Bungalow war zweistöckig – unten Eingang, Dusche und WC und im oberen Stock der Schlafraum. Die Treppe ins Obergeschoss ist abenteuerlich, vor allem, weil ich nicht weiss, ob ich mit dem Durchfall, der mich momentan quält, den Weg nach unten auf die Toilette schaffe.


Am Abend stand eine Nachwanderung von zwei Stunden an – daraus wurden schlussendlich drei und wir waren alle froh, als wir wieder im Hotel waren.
Gesehen haben wir fast nicht, denn es war mehr ein Weg ablaufen, als Tiere suchen.

Entdeckt haben wir jedoch drei kleine Tenrek-Igel. Diese haben wir auf unserer letzten Madagaskar-Reise nie gesehen. Diese kleinen Igel gehören zu den Insektenfressern und können hervorragend klettern.
Mit einer Endgrösse von rund 10 cm ist es die kleinste Igel-Art auf der Welt.


Das Nachtessen habe ich ausgelassen und bin gleich schlafen gegangen.

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