Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Nosy Iranja los. Die sogenannte Schildkröteninsel gilt als eine der 30 schönsten Inseln der Welt. Sie besteht aus zwei kleinen Inseln: Nosy Iranja be mit 200 Hektar und Nosy Iranja kely mit 13 Hektar. Beide sind durch eine lange, weisse Sandbank verbunden, die bei Ebbe freigelegt wird – klingt paradiesisch, nicht wahr?
Die Realität holt uns schnell ein. Da alle Touristen aus dem Norden hierherkommen, herrscht auf dem Wasser ein regelrechter Bootsverkehr. Auf der Insel selbst reihen sich bestimmt 100 Souvenirstände aneinander, dazu Bars mit lauter Musik und mehrere Restaurants. Es fühlt sich eher an wie Klein-Mallorca als ein einsames Tropenparadies an.
Wir bahnen uns unseren Weg durch die Strandmeile hinauf zum Leuchtturm. Dieser wurde einst von Gustave Eiffel auf dem Gipfel von Iranja be, der grösseren Insel, errichtet. Von dort oben hätte man einen beeindruckenden 360°-Rundumblick, wäre der Zugang nicht geschlossen. Der Leuchtturm, der früher mit Petroleum betrieben wurde, leuchtet heute nicht mehr, aber seine hohe Metallsilhouette beeindruckt noch immer. Das ehemalige Haus des Leuchtturmwärters ist mittlerweile in eine Grundschule umgewandelt worden und liegt im Schatten mächtiger, jahrhundertealter Mangobäume.
Von oben geniessen wir den Blick auf die Sandbank und die kleine Insel Nosy Iranja kely – das ist der Moment, für den sich der Aufstieg gelohnt hat.
Oben auf dem Hügel machen wir uns auf die Suche nach Chamäleons und anderen Tieren. Mike entdeckt in einem Busch ein Riesenchamäleon. Für den Rückweg wählen wir kleine Pfade statt der gepflasterten Treppe. Und so finden wir in einem Busch eine kleine Schlange, etwa 30 Zentimeter lang, die in der Sonne Wärme tankt.


Unten angekommen gönnen wir uns eine kurze Pause, bevor wir über die Sandbank zurück zum Ausgangspunkt laufen. Ismael holt uns mit dem kleinen Boot wieder am Strand ab. Wiederum sind die Wellen ziemlich hoch und wir werden dabei bis zur Brust nass, aber das gehört wohl dazu.
Zurück auf dem Boot wird das Mittagessen serviert. Mir geht es nicht besonders gut – schon am Morgen hatte ich Magen- und Darmprobleme und konnte kaum etwas essen. Nach dem Essen schlafe ich über eine Stunde. Mit einem Reisekaugummi und einer Kopfschmerztablette geht es mir zum Glück bis zum Abend wieder besser.
Am Nachmittag legt unser Trimaran in der Bucht von Baramahamay an. Dieses Dorf ist bekannt für das Fischen von Mangrovenkrabben und das Sammeln von wildem Honig. Kaum haben wir angelegt, werden wir von mehreren Einbaum-Booten umringt. Ihre Besitzer möchten uns Krabben, Honig und Souvenirs verkaufen – ein buntes Treiben!
Auf einen Landgang verzichten wir heute Abend. Stattdessen machen wir es uns gemütlich auf dem Boot und lassen den Tag ruhig ausklingen.
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