07.11.2024 – Der Isalo Nationalpark

Happy Birthday, Mami – der 80. Geburtstag wird auf Madagaskar gefeiert!

Brigitta hat eine Boa madagascariensis entdeckt und uns aus dem Hotelzimmer geholt, damit auch wir das Reptil beobachten können.

Ich habe das wunderschöne Tier aufgehoben und so konnten wir die Schlange bewundern. Die Einheimischen sind geflohen und auch andere Gäste haben sich nicht getraut, die Schlange anzufassen.

Heute steht ein Tagesausflug in die Sandsteinformationen des Isalo Nationalparks auf dem Programm.

Das Isalo-Gebirge liegt südlich des Hochlands und erstreckt sich über das Plateau von Ihorombe auf einer Länge von etwa 100 Kilometern. Bereits 1962 wurde das gesamte Gebiet zum Nationalpark erklärt, der rund 81’500 Hektar eines beeindruckenden, erodierten Sandsteinmassivs umfasst, eine zerklüftete Gebirgslandschaft mit bizarren Felsformationen. Trotz des trockenen Klimas verlaufen Bäche mit kristallklarem Wasser in den tiefen Schluchten und sorgen für kleine grüne Oasen. Die Landschaft ist ansonsten von trockener Savanne und einem vielfältigen Sandsteinmassiv geprägt.

Ausgangspunkt ist das Dorf Ranohira. Wenn man dies übersetzt, bedeutet der Name “Wasser der Lemuren“. In den Schluchten leben Larvensifakas und Rotstirnmakis. Dort haben wir die Eintritte für den Park gelöst und unser lokaler Guide ist zu uns in den Bus eingestiegen. Bereits auf der Fahrt zum Park hat er uns viel über die Gegend und die Gewohnheiten rund um die Toten erzählt:


Wenn bei den Bara (so heisst der Völkerstamm dieser Gegend) jemand stirbt, wird die Leiche zuerst drei Tage lang Zuhause aufgebahrt. Dann kommen die Menschen, um sich vom Leichnam zu verabschieden. Anschliessend wird der Leichnam im Sarg in die Berge gebracht und auf einer mittleren Höhe in einer Höhle in einem provisorischen Grab deponiert. Der Sarg wird mit Steinen bedeckt, damit die Tiere sich nicht am Leichnam vergreifen können. Dort bleibt der Tote für fünf Jahre. Danach gehen die engen Angehörigen auf den Berg, um die Überreste zu bergen. Die Knochen werden im heiligen Wasser gewaschen und dann in einen neuen Sarg gelegt. Am nächsten Tag kommen bis zu 500 Menschen, um sich in einer Zeremonie zu verabschieden. An diesem Tag wird gesungen, gegessen, getrunken (viel lokaler Rum) und gefeiert!
Am dritten Tag wird der neue Sarg auf das Dach des Berges gebracht, damit der Tote ganz nah am Himmel und somit nahe bei Gott ist.

Der erste kurze Teil der Wanderung führte uns an den Picknickplatz Namaza. Da konnten wir auf den Bäumen bereits die Larven-Sifakas (Propithecus verreauxi) und den Madagaskarkauz beobachten.

Danach sind wir rund zwei Stunden dem Bachlauf gefolgt, über Steine geklettert und haben die vielen kleinen Biotope bestaunt. Wo Wasser ist, hat es auch Libellen und andere Lebewesen, die wir beobachtet und fotografiert haben.

Ein schön gelegenes, natürliches Schwimmbecken, der schwarze See, wartet am Ende der eindrucksvollen Wanderung auf uns. Der „See“ (von der Fläche her eher ein grosses Planschbecken) wird so genannt, weil er durch die Tiefe von rund acht Metern so dunkel erscheint. Etwas weiter unten ist das blaue Wasserloch.

Das Bad im See war erfrischend. Gefühlt kalt hatte das Wasser jedoch fast 23 °C.
Fische oder andere Lebewesen habe ich keine entdeckt.

Unten im Park bin ich nach dem Abstieg noch im Bach schwimmen gegangen (mit Tauchermaske). Schwertträger, eine Schmerle, Barsche und eine Garnele habe ich gesichtet.

Zurück im Hotel haben wir noch das Schwimmbad benutzt und uns von der Wanderung in der heissen Sonne erholt.

Am Abend sind wir zum Fenster von Isalo gefahren und haben dort den Sonnenuntergang erlebt. Durch das Fenster kann man in die Weite der Savanne schauen.

Im Vorfeld haben wir im Hotel für Mami eine Torte mit der Aufschrift „Happy Birthday, Anna – 80 Jahre“ bestellt. Das Hotel hat mit seinen Angestellten kurzfristig eine Gesang- und Tanzaufführung organisiert. Eigentlich schon fast ein Musical, denn es ging da um Brautwerbung und Ablehnung und führte schlussendlich doch zu einem Happy End.

Danach hat die Musical-Gruppe und der ganze Ess-Saal für Mami das Happy Birthday gesungen.

Es war toll!


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